Gewässerentwicklungsplan

Fließgewässerschutzsystem

Gewässerentwicklungsplan
für die naturnahe Gestaltung der Ilmenau und ihrer Aue

Gewässerentwicklungsplan Ilmenau

 

 

 

1. Der Maßnahmenkatalog

 

Der Gewässerentwicklungsplan bildet mit einem detaillierten Maßnahmenkatalog zur naturnahen Gewässergestaltung und einem Flächenkonzept für die Talaue die Grundlage für die erforderlichen Maßnahmen. Er ist ein Leitfaden für die naturnahe Gestaltung der Ilmenau von der Entstehung, am Zusammenfluss von Gerdau und Stederau, bis in die Stadtmitte Lüneburgs, am Zusammenfluss von Lösegraben und Hauptlauf.

 

2. Die Umsetzung

Der Gewässerentwicklungsplan Ilmenau ist kein rechtsverbindlicher Fachplan. Die in ihm enthaltenen Aussagen sind Empfehlungen.

Die Maßnahmen sind mit den Beteiligten und Grundstückseigentümern zu erörtern, abzustimmen und einvernehmlich zu regeln.

 

Die Umsetzung aller, insbesondere der flächenbezogenen Maßnahmen, ist oft nur über einen langen Zeitraum möglich.

 

Der Gewässerentwicklungsplan ist auch ein Angebot für die Land- und Forstwirtschaft, die Gemeinden und andere, an der Gewässerentwicklung Interessierte. Die gesteckten Ziele lassen sich nur gemeinsam erreichen.

Die Umsetzung ist in bestimmten Fällen auch im Rahmen von naturschutzrechtlichen Ersatzmaßnahmen auf der Grundlage des niedersächsischen Naturschutzgesetzes möglich.

3. Maßnahmen am Fließgewässer

 

  • Erhalten von standortheimischen Gehölzbeständen, Hochstaudenfluren und Röhrichten am Gewässer,
  • Ergänzung bereits vorhandener bzw. Neuanlage möglichst breiter Gewässerrandstreifen und deren Entwicklung,
  • Gestaltung der Uferprofile z.B. durch Böschungsabflachung,
  • Beseitigung oder Umgestaltung von baulichen Anlagen im und am Gewässer, z.B. Stauanlagen, Sohlabstürze, Durchlässe, Mauern, Sohlenbefestigungen,

 

 

Solgleite an der Außenmühle in Uelzen 

 

 

Blauflügel-Prachtlibelle

  • Nutzung im Einklang mit den Zielen der naturnahen Gewässerentwicklung,
  • Verminderung der Sandfrachten (Geschiebe) durch z.B. Anlage von Sandfängen in Nebenläufen,
  • Verbesserung des Sohlsubstrates und der Gewässermorphologie.
4. Maßnahmen in der Talaue

  • Extensivieren landwirtschaftlicher Nutzung durch z.B. Rückführung von Acker in Grünland,
  • Erhöhung des Anteils extensiv genutzter Feuchtgrünlandflächen durch Nutzungsumstellungen und Eindämmung der Verbrachung,
  • Erweiterung von Bruch- und Auwäldern, vorrangig durch Sukzession,
  • Anpassen des Wasserregimes an die Ziele der Auenentwicklung,
  • Reaktivierung des natürlichen Überschwemmungsgebietes,
  • Entfernen von standortuntypischen Gehölzbeständen und Sonderkulturen und
  • Umgestaltung und Extensivierung von Fischteichanlagen.

Orchideen in der Ilmenauaue

 

Extensiv genutztes Grünland 

Niedersächsisches Fließgewässerprogramm

Gewässer prägen unsere Landschaft und erfüllen vielfältige Funktionen. Die Nutzungsansprüche der Menschen und die damit verbundenen Eingriffe haben die meisten Flüsse und Bäche in Niedersachsen stark verändert. Heute befindet sich kein Gewässer mehr von der Quelle bis zur Mündung in einem natürlichen Zustand. Die ursprünglich vielfältigen Gewässerlandschaften sind strukturell verarmt.

Viele Tier- und Pflanzenarten unserer Fließgewässer sind stark gefährdet oder ausgestorben.

Der Fließgewässerschutz muss heute über die Abwasserreinigungsmaßnahmen und die Verringerung flächenhafter Einträge hinaus auch auf die Entwicklung naturraumtypischer und damit ökologisch funktionsfähiger Fließgewässer ausgerichtet sein.

Eine Auswahl von Gewässern, die vorrangig zu renaturieren sind und ein durchgängiges Netz naturnaher, funktionsfähiger Gewässer bilden sollen, ist im niedersächsischen Fließgewässerschutzsystem festgelegt worden.

Sein Ziel sind die Wiederherstellung und Erhaltung:

  • von Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Fließgewässerlandschaften,
  • von Lebensräumen für die typische Pflanzen- und Tierwelt der Fließgewässer und
  • der nachhaltigen Nutzbarkeit der Fließgewässer.

Der GEPl. Ilmenau dient der Umsetzung des Fließgewässerprogramms.

Die Ilmenau ist das bedeutendste Gewässer in der Lüneburger Heide und aufgrund der noch vorhandenen Reststrukturen von überregionaler Bedeutung für die Wiederansiedlung und Wiederausbreitung selten

gewordener Tierarten.

 

 

Information

Zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen stehen verschiedene Förderprogramme wie

  • Niedersächsisches Fließgewässerprogramm
  • Niedersächsisches Fischotterprogramm
  • PROLAND-Programm der EU

zur Verfügung, über die eine anteilige Finanzierung von Maßnahmen möglich ist.

Zusätzlich wird über die Aktion „Lebendige Ilmenau“ versucht, Privatmittel für eine Kofinanzierung einzuwerben und weitere Projekte anzuschieben.


Weitere Informationen über das niedersächsische Fließgewässerschutzsystem und den Gewässerentwicklungsplan für die naturnahe Gestaltung der Ilmenau und ihrer Aue sowie die Umsetzung des Maßnahmenkataloges erhalten Sie bei:


Gewässer- und Landschaftspflegeverband

Mittlere und Obere Ilmenau

Meilereiweg 101

29525 Uelzen

Tel. 0581- 97550

sowie den Umweltämtern der Nds. Landesverwaltung, der Landkreise Uelzen und Lüneburg und der Stadt Lüneburg.

Impressum :

Träger für die Erstellung des Gewässerentwicklungsplanes: Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau.

Bearbeitung: Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände, Sitz Uelzen, 2001-2004, unter Mitwirkung des Landkreises Uelzen, der Bezirksregierung Lüneburg, des Landkreises Lüneburg, der Stadt Lüneburg und des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie.