Umgehung des Gerdaustausees

Umleiter Gerdaustausee

Der Oberlauf der Gerdau ist durch den Gerdaustausee (Rheinmetallstausee) vom Mittellauf abgetrennt. Der Stausee mit einer Fläche von rd. 6,0 ha ist als schützenswertes Biotop eingestuft, eine Staulegung kommt somit nicht in Betracht. Der Sohlabsturz am Wehr beträgt rd. 2,50 m.

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Kiesbänke im Eisenbach

Kieseinbau Eisenbach

Im Eisenbach zwischen Stadensen und Wrestedt sind Restvorkommen der Bachmuschel nachgewiesen worden. Diese Muschelart ist auf kiesiges Sohlsubstrat und Elritzen als Wirtsfische angewiesen. Zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bachmuschel und als Laichplatz für die Elritze wurden Kiesrauschen in den Eisenbach eingebaut.

 

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In Eimern in neues Zuhause

Verhorner Mühle: Umsiedlung der Fische wegen Renaturierung der Gerdau

 
dia_410_008_802264_verhorner_m_onlinebild.jpgDie Mitglieder des Angelsportvereins Gerdautal unterstützen Reinhard Altmüller (rechts) beim Abfischen der Gerdau in Höhe der Verhorner Mühle. Altmüller arbeitet mit einer Elektroangel, damit möglichst kein Fisch übersehen wird. (Foto: Nolting)

Von Jörn Nolting

Verhorn . Akribisch suchen die Mitglieder des Angelvereins Gerdau gemeinsam mit Dr. Reinhard Altmüller den Flusslauf der Gerdau an der Mühle Verhorn ab. Mit Kescher und Netzen fangen die ehrenamtlichen Helfer die letzten Fische aus dem Wasser. Zur Sicherheit geht Reinhard Altmüller mit einem Elektrofischgerät hinterher, damit auch ja kein Tier übersehen wird.

 

"Der alte Bachlauf wird morgen zugeschüttet", erklärte Jörg Martens, Ingenieur des Gewässer- und Landschaftspflegeverbands Mittlere und Obere Ilmenau gestern. Deshalb sollen alle Tiere in den neuen, renaturierten Lauf der Gerdau umgesiedelt werden. "Die Baufirma war schneller als wir erwartet haben", freut sich der Ingenieur über den zügigen Abschluss der Arbeiten, die am 1. Juni begonnen haben. Noch sieht der Verlauf der Gerdau an der Verhorner Mühle recht steril aus und ähnelt eher einem Gebirgsbach. Doch in sechs bis acht Wochen wird die Gerdau von Pflanzen besiedelt, ist sich Jörg Martens sicher. Auch die Brücke über die Kreisstraße12 ist noch nicht endgültig fertig, kann aber nach einer mehrtägigen Sperrung wieder befahren werden.

Um die Mittagszeit hatten die fleißigen Fischer bereits über 60 Bachforellen und über 70 Bachneunaugen in ihren Netzen. Zudem fingen sie auch Stichlinge und Aale auf den rund 250 Metern der Gerdau. "Wir haben nicht mit der Dichte der Bachforellen gerechnet. Sie haben gut Futter gefunden", zog der Ingenieur um die Mittagsstunden eine erste kleine Bilanz.

"Die Flussperlmuscheln haben gute Chancen hier wieder groß zu werden", prophezeit Reinhard Altmüller nach den umfangreichen Umbaumaßnahmen. Larven aus der Lutter werden in die Gerdau eingesetzt. "Die Larven sind 0,05 Millimeter klein und müssen an die Kiemen der Bachforellen gelangen", schildert der ehemalige Mitarbeiter des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Einige Wochen leben die kleinen Larven im Kiemengewebe und wachsen. Nach rund zehn Monaten sind sie 0,5 Millimeter groß, Dann lassen sie sich auf den Grund des Baches fallen und verstecken sich zwischen den Kieselsteinen am Grund. Probleme haben die Flussperlmuscheln jedoch, wenn der Grund des Gewässers versandet ist, so wie es bei der Gerdau im Bereich der Verhorner Mühle bisher der Fall war. Siedeln sich die Fluss-perlmuscheln wieder an, dann werden vermutlich auch andere Fische die Gerdau bevölkern.

Doch bis dahin gilt es, möglichst viele Fische aus dem alten Bachlauf zu retten und in Plas tikeimern umzusiedeln.

16.07.2010

Gerdauumfluter Verhorn

Jörg Martens

Die Bauarbeiten für die Herstellung eines neuen Gerdaulaufes zur Umgehung der Mühle Verhorn laufen planmäßig. Seit letzter Woche wurde der Abschnitt unterhalb der Kreisstraße mit einer Länge von ca. 180 m bereits ausgehoben und seit heute läuft der Einbau des Sohlsubstrates.

 

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Kieseinbau kurz vor Ende der Ausbaustrecke an der Einmündung in den alten Gerdaulauf
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Auch im oberen Abschnitt hat jetzt der Aushub der neuen Trasse begonnen.

Neues Flussbett für die Gerdau

Gewässer wird um Verhorner Mühle geleitet / 
Wiederansiedlung von Flussperlenmuscheln

Von Jörn Nolting, aus AZ vom 29. Mai 2010

Die Gerdau ist laut Niedersächsischem Fließgewäs­serschutzsystem ein Hauptge­wässer erster Priorität. Für sie ist deshalb ein Gewässerentwick­lungsplan erarbeitet worden. Er­gänzend wurde im vergangenen Jahr eine Studie zur Herstellung des guten ökologischen Potenti­als für den Gerdau-Oberlauf er­stellt. Ziel dieser Studie: Flussperlenmuscheln sollen sich wie­der ansiedeln und die Geschie­beführung soll sich reduzieren.

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Ulrich Ostermann (links) und Jörg Martens vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau stehen vor der Gerdau an der Verhorner Mühle. Der Verlauf des Gewässers soll nun verändert werden. (Foto: Nolting)

 

 

 


Für die Anwohner bedeutet es, dass demnächst umfangrei­che Bauarbeiten im Bereich Ver­horn stattfinden werden. „Am Montag wird das Gebiet vermes­sen", erklärt Jörg Martens, Inge­nieur des Gewässer- und Land­schaftspflegeverbands Mittlere und Obere Ilmenau. Dann rü­cken die Bagger an, um den bis­herigen Lauf der Gerdau zu ver­ändern.
„Eine wesentliche Störung im Fließgewässerkontinuum ist die Mühle in Verhorn, die nicht mehr genutzt wird", erläutert der Ingenieur. Die stromauf- und stromabwärts gerichtete Wan­dermöglichkeit für Fließgewäs­serbewohner wie Fische und Wirbellose ist unterbrochen. Geplant ist der Bau eines neuen rund 650 Meter langen Gewäs­sers, das die Mühle in einer neu­en Trasse umgeht. Dieser neue Gerdau-Abschnitt wird mit ei­nem, den natürlichen Verhält­nissen in der Gerdau angegliche­nen Gefalle von rund 0,35 Pro­zent angelegt.
„In die neue Gewässersohle wird ein Sand-Kies-Gemisch nach genau vorgegebenen Sieb­linien eingebaut, das künftig für die typischen Fließgewässeror­ganismen als Lebensraum geeig­net ist", erklärt der Verbandsge­schäftsführer Ulrich Ostermann.
Der neue Gewässerlauf kreuzt allerdings die Kreisstraße 12 rund 40 Meter nördlich der jetzigen Gerdaubrücke. „Hier soll ein 21 Meter langer so ge­nannter Mauldurchlass einge­baut werden", schildert Jörg Martens.
Dieser wird aus Stahlfertigtei­len neben dem Einbauort zu­sammengesetzt und dann mit­tels eines Baukrans in die Bau­grube eingebaut. „Durch diese Bauweise kann die erforderliche Sperrung der Kreisstraße auf wenige Tage beschränkt werden", hofft Ulrich Ostermann. Der Einbau ist während der Som­merferien vorgesehen, so dass die Beeinträchtigung des Ver­kehrs in diesem Bereich in die verkehrsschwache Zeit fällt.
Schon jede Menge Diplomar­beiten der Suderburger Fach­hochschule haben sich mit dem Thema im Vorfeld beschäftigt. „Sie bildeten am Ende auch die Grundlage für unsere Planun­gen", hebt Ulrich Ostermann hervor.

Umleitung der Gerdau
Kosten liegen bei 400000 Euro
Die für den Bau erforderlichen Grundstücke wurden über Gestattungsverträge von den Grundstückseigentümern zur Verfügung gestellt. Insgesamt müssen für die Baumaßnahme rund12.000 Kubikmeter Boden bewegt sowie 1500 Kubik­meter Sohlsubstrat angeliefert und eingebaut werden. Die
Gesamtkosten von 400.000 Euro werden durch die Europäi­sche Union und das Land Nie­dersachsen über das Pro­gramm zur Entwicklung im ländlichen Raum Niedersach­sen und Bremen 2007 bis 2013 sowie den LandkreisUelzen gedeckt. Die Dauer der Bauar­beiten wird auf drei Monate geschätzt. Die Straße muss für fünf Tage gesperrt werden.