Wasserspeicher Stöcken

Wasserspeicher „Stöcken“

Die Zuckerrübe besteht zu ca. 78 % aus Wasser. Damit fallen bei der Verarbeitung und Gewinnung von Zucker große Wassermengen an, die dem Verband zu Bewässerungszwecken überlassen werden.

 

Veranlassung:  

In der Vergangenheit wurden das teilgereinigten Prozesswasser der Zuckerfabrik Uelzen während der Kampagne von Mitte September bis Ende Dezember eines jeden Jahres auf den Flächen des Bewässerungs-verbandes Uelzen - er erstreckt sich über rd. 2.500 ha -verregnet.

 

 

 

Mit der Änderung der Düngemittelverordnung im Juli 1997 wurde Zuckerfabriksabwasser als Sekundär-Rohstoff-Dünger eingeordnet und unterliegt damit den Bestimmungen der Düngeverordnung, die eine Verregnung in der bisherigen Form seit 2000 nicht mehr zulässt. Aus diesem Anlass wurden 1998 konkrete Überlegungen zum Bau eines Speicherbeckens angestellt. Voraussetzung war, dass die NZAG dem Wunsch des Verbandes entsprach, die bis zur Zwischenlagerungsfähigkeit aufbereiteten Wässer dem Verband zur landwirtschaftlichen Feldberegnung während der Vegetation zu überlassen. In der Folge tritt eine Verminderung der Grundwasserentnahme um bis zu 750.000 m³ jährlich ein.

 

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Luftbild der Speicherbeckenbaustelle kurz vor Fertigstellung im Mai 2003

 

Bauherr und Träger: Abwasserverband Uelzen,Rechtsnachfolger Bewässerungsverband Uelzen

 

Planung:
Entwurfs- u. Genehmigungsplanung:
Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände, Sitz Uelzen

 

Ausführungsplanung:
Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Umweltmanagement, Uelzen

 

Am 31. März 2000 wurde durch den Abwasserverband Uelzen, Rechtsvor-gänger des jetzigen Bewässerungsverbandes Uelzen, der Antrag auf Planfeststellung gemäß §§ 86 ff des Niedersächsischen Wassergesetzes für den Bau des Speicherbeckens bei der Bezirksregierung Lüneburg gestellt. Letztendlich erging am 22. November 2001 der Planfeststellungsbeschluss. Aufgrund eingereichter Klagen vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg wurde dieser jedoch erst im November 2002 rechtskräftig, nachdem Beschwerden gegen den angeordneten Sofortvollzug abgewiesen waren. Die vorliegenden Klagen wurden sodann zurückgezogen.

 

Bauablauf:

 

Auftragserteilung: 31. Juli 2002

 

Baubeginn: 12. August 2002

 

Winterunterbrechung: 29. November 02 bis 03. März 2003

 

Fertigstellung: 09. Juli 2003

 

Mit dem Bau verbundene Erdbewegungen: 305.000 m³

 

Verlegte und verschweißte Kunststoffdichtungsbahnen: 141.800 m²

 

Speichervolumen: ~ 750.000 m³

 

Wasserfläche bei Vollfüllung: ~ 13,6 ha

 

Wasserfläche bei minimalem Wasserstand: ~ 11,0 ha

 

Wassertiefe bei Vollfüllung: 6,30 bis 6,80 m

 

Pumpwerk am Speicherbecken

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Installierte Pumpenleistung:

 

2.100 m³/h bei 120 m Förderhöhe verteilt auf 6 Pumpen in Trockenaufstellung der Fa. Ritz, Schwäbisch Gmünd, mit je 350 m³/h bei 160 kW

 

6 Frequenzumrichter der Fa. Siemens

 

Bauausführung:

 

Hoch- u. Tiefbau

 

Fa. Johann Bunte Bauunternehmungen GmbH & Co., Papenburg

 

Niederlassung Bremerhaven

 

Anlagenbau

 

IbA- Ingenieurbüro für Automation GmbH

 

Niederlassung Hamburg

 

Elektrotechnik

 

Finanzierung

 

Das Projekt wurde, einschließlich der Beschaffung von 47 Verregnungswagen (Düsenwagen), finanziert im Rahmen des Proland-Förderprogrammes der Europäischen Union.

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Düsenwagen zur Verregnung des Wassers aus dem Speicherbecken